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- 350. Todestag von Pfarrer Johannes Hattenbach -

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Geboren am  6.7.1587 in Salzungen
Gestorben am 11.3.1663 in Schweina
Bedeutung für Schweina:
- durch ihn Einführung von Seelenregistern
- Begleiter der Gemeinde in der Zeit des 30jährigen Krieges und gemeinsame Flucht vor den Soldaten
- Er sorgte für den Wiederaufbau der Kirche.
- Er war insgesamt 44 Jahre Pfarrer in Schweina.

Zum 350. Todestag von Pfarrer Johannes Hattenbach
von Edith Raddatz

Am 11.3.2013 jährt sich zum 350. Mal der Todestag von Pfarrer Johannes Hattenbach. Er wurde am 6.7.1587 als jüngster von acht Söhnen des Metzgers Valtin Hattenbach in Salzungen geboren. 1602 starb sein Vater. Die Mutter schickte ihn danach auf Schulen in Schmalkalden, Eisenach und Coburg. Ab 1609 studierte er in Jena Philosophie. Nach einer Prüfung vor dem Konsistorium und einer Probepredigt wurde er 1612 in Eisenach ordiniert und zum Pfarrer in Witzelroda bestellt. Am 12.4.1613 ließ er sich mit Euphrosine, Tochter des Caspar Koch, einer Enkelin des Kanzlers Brück in Weimar trauen. Im selben Jahr trat  er seine Pfarrstelle in Schweina an. Für Schweina wurde Pfarrer Hattenbach zu einem besonderen Seelsorger, da er in der schweren Zeit des Dreißigjährigen Krieges hier tätig war. Der Ort hat ihm viel zu verdanken. So begann er beispielsweise gleich 1614 mit einem Tauf-, Sterbe- und Beichtregister und vermutlich auch mit dem Eheregister und hielt die bislang mündlich weitergegebene Tatsache in einem Kirchenbuch fest, dass Dr. Martin Luther anno 1521, am 4. May nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr von Worms kommend allhier zu Schweina durchgefahren ist und ¼ Meil übern Altenstein gefangen genommen wurde.

Dem Ehepaar Hattenbach wurden acht Kinder - fünf Söhne, von denen drei im Kindesalter starben und drei Töchter -  in Schweina geboren. Zwei Söhne wurden ebenfalls Pfarrer bzw. Generalsuperintendent in Unterneubrunn und Meiningen und zwei Töchter heirateten jeweils einen Pfarrer und lebten in Dorndorf bzw. in Steinbach. Laut überlieferter Leichenpredigt konnten sich die Hattenbachs an 38 Enkelkindern erfreuen.

Pfarrer Hattenbach erlebte in Schweina Einquartierungen, Truppendurchzüge, Misshandlungen von Soldaten an Einheimischen, Krankheiten wie Lepra oder Pest, Not und Entbehrungen der Bevölkerung, aber auch Hinrichtungen von vermeintlichen Hexen.

Im Oktober 1634 floh Johannes Hattenbach  schließlich vor den Kaiserlichen Truppen und nahm seine Gemeinde mit und versteckte sich mit ihnen vor den unmenschlichen Soldaten. Noch heute ist das sogenannte „Hattenbachsfeld“ bekannt, auf dem sich der Überlieferung zufolge der Pfarrer mit seinen Schutzbefohlenen in Sicherheit gebracht hatte. In dieser Zeit – am 17.12.1634 – wurde von den Kroaten die Kirche in Schweina in Brand gesetzt. Erst nach 32 Wochen, Anfang Juni 1635,  wagten sich die Menschen mit ihrem Pfarrer wieder zurück in das Dorf. Lagen anfangs die jährlichen Sterbezahlen zwischen 25 und 45, so stiegen diese in den Jahren der größten Drangsale und Kriegseinwirkungen auf 77, aber auch 141 und 184 Todesfälle an.

Im Mai 1636 findet sich nach 22 Jahren vorerst letztmalig Hattenbachs Schrift in den Registern, er ging für ca. fünf Jahre nach Tiefenort. 1641 kehrte er nach Schweina zurück und stand der Bevölkerung bei allen weiteren Kriegseinwirkungen bei. 1645 erhielt die Kirche ein neues Dach. Vier Jahre später starb Hattenbachs erste Frau in Schweina. 1650 heiratete er ein zweites Mal, Anna Katharina Walch, die Witwe des Salzunger Ratsmeisters. Pfarrer Hattenbach begleitete den Wiederaufbau des Kirchturmes und die Nutzbarmachung der Kirche. Gemeinsam mit seiner Frau stiftete er das große Kruzifix, welches über dem Bogen vor dem Chor angebracht wurde. Im Dezember 1662 verstarb auch seine zweite Frau und wenige Monate später im Alter von 75 Jahren verstarb Pfarrer Johannes Hattenbach in Schweina, nachdem er hier seiner Gemeinde insgesamt rund 44 Jahre gedient hatte.

Sein Ölgemälde war über Jahrhunderte im oberen Chor zu sehen. Sein Wirken in Schweina überdauerte die Zeit und deshalb soll sein Andenken auch weiterhin bewahrt werden.